Adventszeit ist Sternzeit (123er Stern)

Am vergangenen Sonntag hat wieder die Adventszeit begonnen, das bedeutet es ist schon bald ein ganzes Jahr an uns erneut vorüber gerast. Aber die Adventszeit steht natürlich für viel mehr als für Zeit – sie ist die gemütliche und besinnliche Zeit – die Zeit der Sterne und kleinen Leckereien.

Ja genau, Ihr habt richtig gelesen, die Zeit der Sterne. Grund genug für uns einmal das Thema STERN aufzugreifen (auch weil es eben so nahe liegt).

Wer von euch wusste dass der Mercedes-Stern seinen Ursprung in Köln hat und somit eine echt kölsche Erfindung ist?

Gottlieb Daimler zog aus der schwäbischen Heimat für einige Jahre ins Exil im Rheinland um seinen Erfahrungshorizont bei der 1872 von Nikolaus August Otto im Kölner Nachbarort Deutz gegründeten Gasmotorenfabrik zu erweitern. Daimler arbeitete in den Jahren 1872 bis 1882 eng mit Otto zusammen.

Um der daheimgebliebenen Familie besser zeigen zu können wo genau er sich aufhält markierte er 1872 auf einer Ansichtskarte mit einem vielzackigen Stern den Standort seines Hauses. Auf der Karte vermerkte er hierzu: „Von hier aus wird ein Stern aufgehen und ich will hoffen, dass er uns und unseren Kindern Segen bringt„.

Wie wir heute alle wissen hat sich aus diesem Ursprung nach und nach eines der wertvollsten Markensymbole der Welt entwickelt. Und weil es hier primär um die Baureihe W126 und nicht nur um Daimler (bzw. Daimler-Benz) geht, soll dies auch nur ein kleiner Exkurs werden.

Die genauere Entwicklung der Embleme könnt Ihr hier nachvollziehen – und mit Sicherheit werdet auch Ihr eines der älteren für schöner erachten, oder?

Was könnte dann also der Grund für diesen Artikel sein, wenn es schon um Sterne und die Entwicklung derer bei der Daimler AG geht? Genau, wie wäre es mit unserer liebsten Verzierung? Dem Mercedes-Stern auf dem Kühlergrill!

Denn wie wir beim Selbstversuch im Full Metal Village Anfang Juni feststellen konnten, sind sich nicht mal eingefleischte Fans sicher ob und wenn ja, welcher Stern ab Werk beim W126 verbaut wurde. Wir möchten hier heute eine Missionarsarbeit ableisten – mit garantiert positiver Wirkung.

Leider sieht es immer mal wieder so aus wie auf dem folgenden Foto – fraglich ist natürlich warum gerade ein rund 25 Jahre alter Wagen eine solche Wut auslöst dass man nicht mal den kommenden Klassiker in Frieden lassen kann – aber seien wir froh dass er einen Mercedes-Stern trägt, die ehemaligen Mitbewerberfahrzeuge aus Süddeutschland haben so etwas nicht und werden deshalb gerne mit dem Schlüssel massiert behandelt…

Doch was machen wir jetzt? Nun wenn wir in der glücklichen Lage sind – anders als Herr Gerold „Ex-Sechskommaneun“ Saxler – und noch den Original Sternsockel im Kühlergrill stecken haben, besteht große Hoffnung für den Patienten und Aficionado gleichermassen lebend aus der Sache herauszukommen.

Ein guter Freund des Hauses (F.K.) hatte glücklicherweise bei der letzten Zerlegeaktion ein Vergleichsfoto angefertigt das den Aufbau einer Kühlergrillverzierung besser verdeutlichen kann als viele Worte:

Der kleinere Stern (links) stammt von einem W201 (Der W124-Stern ist zu 99% genauso aufgebaut), der größere Stern (Sockel) stammt von unserem W126 oder einem W123 (sind identisch).
Ab Werk wurden alle W126 mit dem Mercedes-Stern mit der Teilenummer A123 880 00 86 ausgeliefert. Dieser ist vereinzelt auch heute noch bei den Fahrzeugen verbaut – erkennbar am deutlich größeren Sockel und der etwas steileren Stellung des Sterns auf dem Kühlergrill.


Der Original-Stern war noch Made in Germany und trägt als Herstellerkennung ein „FRIEFI“ unter seinem Sockel, nebst oben genannter Teilenummer von Mercedes.

Das Schöne ist, dass die aktuell gelieferten 124er Sterne (Made in Turkey von der Firma YILMASAN) zerlegt werden können und man so immer und immer wieder den Original-Sockel weiterverwenden kann.

Erstens weil es schöner ausschaut, Zweitens zum Trotz gegen die Alt-Autofaschisten und last but not least, Drittens weil der große Sockel den kleinen Kranzabdruck (Kratzer) um das Montageloch im Kühlergrill komplett abdeckt, was die Sterne mit den Teilenummern 201 (NML) und 124 (aktuell lieferbar) nicht vermögen.

Also – lasst sie strahlen die alten ehrwürdigen Sterne und tragt sie mit Stolz zur Schau, aber nur wenn es die korrekten 123er Sockel sind die da bei euch auf dem Kühlergrill thronen.

Fotos: ©fuenfkommasechs.de & Daimler AG

Kommentare