Der neue Mercedes GLC 250 4matic im Fahrbericht – X253

Im Rahmen des großartigen Roadtrips von Mercedes, von den Alpen bis hoch ans Nordkap (#mbPolarSun), hatten wir bereits vor über Woche die tolle Gelegenheit vorab bereits einmal den neuen X253 fahren zu dürfen, aber erst jetzt ab 00:01h haben wir auch die Erlaubnis darüber berichten zu dürfen.

Und das kam so… plötzlich ging alles ganz schnell an diesem Sommersonntag, gerade erst in der wunderschönen Altstadt von Warschau angelangt, hieß es bereits unseren Wagen – mit dem wir gerade eine Etappe des Roadtrips erfolgreich hinter uns gebracht hatten – zu entladen und in den jüngsten Sprössling der SUV-Famile mit Stern einzusteigen und auf erste Tuchfühlung zu gehen.X253_the_KeyLeider (und das ist jetzt vielleicht Jammern auf hohem Niveau) bliebt nicht viel mehr als eine gute Stunde Zeit, in der wir uns wie üblich verkabeln, Go-Pros ausrichten und auch sammeln mussten.
Noch dazu (auch wie immer) in einer uns bis dato völlig fremden Stadt.
Also fuhren wir einfach mal dem COMAND nach und suchten uns vermeindlich nette Ecken in Polens Hauptstadt heraus.
Ihr werdet euch jetzt fragen wann ich endlich zum Fahrzeug komme? Das ist genau jetzt.X253_SelenitgrauWas fällt als erstes beim GLC auf? Er sieht in der Realität, gerade als AMG Line Exterieur (Code P31) in der neuen Farbe Selenitgrau metallic (992), deutlich gefälliger aus als auf den ersten Pressefotos. Meine Anfänglichen Befürchtungen in Sachen Design hatte ich ja bereits im Vorabbericht zu Papier gebracht. Doch weder sieht er aus wie ein bereits bekannter Vertreter des SUV Segments noch wie ein hochgelegtes T-Modell. Alles also neu!

Wobei gerade der Vergleich mit dem T-Modell der C-Klasse (S205) so abwegig gar nicht ist, denn im Grunde fühlt er sich so an. Wie ein T-Modell bei dem man das Dach höher positioniert hat und deutlich größere Scheiben verbaut hat (inkl. steiler stehender Windschutzscheibe). Hierdurch ist der Einstieg auf die vorderen Plätze deutlich einfacher und in aufrechterer Haltung zu bewerkstelligen.X253_2X253_3Das war es dann aber auch schon mit den eventuell als unsportlich zu bewertenden Tugenden.
Hat man einmal hinter dem Volant Platz genommen so fühlt man sich direkt zuhause – eben wie in einem Mercedes.
Mir ging es an dieser Stelle noch etwas leichter, denn der Innenraum entspricht in seinem Layout zu 100% dem der C-Klasse. Es gibt aufgrund des Packaging minimale Unterschiede hier und dort. So ist z.B. der Handschuhkasten völlig anders konzipiert und etwas größer als in der C-Klasse und auch der untere Bereich der Mittelkonsole ist in der AMG Line Interieur (Code P29) Ausstattung fein mit ARTICO beledert (sichtbare Nähte!).X253_InnenraumBesonders nett ist der Umstand, dass es sich bei dem gefahrenen Modell um einen GLC 250 4matic (Baumuster 253.946) gehandelt hat, also praktisch einen „blackbird“ als SUV. Den Motor kenne ich also zu genüge und finde ihn auch in diesem neuen Baumuster sehr ansprechend und völlig ausreichend – wirklich mehr Leistung braucht man im Alltag nicht wirklich. Hier jedoch erstmals kombiniert mit der neuen 9G-tronic (das erste 9-Gang-Automatikgetriebe der Welt im Premium-Segment, das mit längs eingebauten Motoren eingesetzt werden kann). Der Allradantrieb 4matic ist im GLC stets 45:55 verteilt, das bedeutet minimal hecklastig.X253_Motorraum_250Nach dem Start des Motors fällt einem auf, dass man so gut wie gar nichts vom Motor hört (nicht das es in meinem eigenen C 250 stören würde…), hier haben die Spezialisten der so genannten Triebstrang-Entkoppelung und der Abteilung NVH (Noise, Vibration and Harshness) ganze Arbeit geleistet. Der Motor fühlt sich immer meilenweit vom Fahrer entfernt, man nimmt im normalen Stadtverkehr nicht wirklich Notiz von ihm.

Das ist toll, denn so unterstreicht es den luxuriösen Anspruch des neuen SUV – zum Geräuschkomfort tragen auch die im Modelljahr 2016aus produktionstechnischen Gründen“ serienmässig verbauten Akustikglas-Seitenscheiben bei. (da der Testwagen über das wunderbare optionale Head-Up Display verfügte, blieb die Windschutzscheibe ohne spezielle Dämmung)

Der von uns gefahrene GLC verfügte (zum Glück) auch über die neue AIR BODY CONTROL Luftfederung (Code 489). Sie ist eine Weltneuheit und kommt erstmals im GLC zum Einsatz. Sie verfügt über ein Mehr-Kammer-Luftfedersystem und kann mehr Federaum zur Verfügung stellen, zudem bestehen einzelne Komponenten aus GFK und erleichtern so die ungefederten Massen an den Stellen an denen es wirklich daraufankommt.
Der Erfolg lässt nicht zu wünschen übrig – auf den romantischen und schön anzusehenden Kopfsteinpflasterstraßen in der Warschauer Altstadt dringt keine für die Insassen unangenehme Aufbaubewegung an diese heran. In Stellung COMFORT ist der Fahrkomfort sogar gefühlt 1/3 höher als in meinem, ebenfalls mit einer Luftfederung ausgestatteten, C 250 und das obwohl der Testwagen auf Runflatbereifung und 20 Zoll Felgen unterwegs war. Chapeau!

Besonders schön – wenn auch eine Art Spielerei – sind die Anzeigen der Fahrzeugdaten. Hierzu gibt es im COMAND Bildschirm so interessante Informationen wie Motoröltemperatur, abgerufene Kilowatt und Newtonmeter, sowie die Anzeige der Bordspannung. Alles serienmässig auch in der C-Klasse, seit Modelljahr 2016 (etwas das mir in meinem Wagen wirklich sehr fehlt).
Zudem erhält man bei Ausstattung mit der AIR BODY CONTROL noch eine weitere Anzeige die sogar die Belastung des Fahrwerks anzeigen kann. Inklusive Anzeige ob der Aufbau derzeit gerade steht oder nicht, recht nützliches Detail. Wenn auch hier der Spieltrieb nicht zu kurz kommt, gerade Dank der „G-Force“ Anzeige der gerade gefahrenen Querbeschleunigung.

X253_COMAND1X253_COMAND2

Was fällt noch auf – zum einen wären da die gewachsenen Außenabmessungen, der GLC ist genau 12 Zentimeter länger als sein Vorgänger GLK, dieses Längenwachstum kommt nahezu komplett dem Radstand zu Gute. Die Überhänge vorne und hinten bleiben nahezu identisch, in der Fahrzeughöhe nimmt der GLC gut 3 Zentimeter ab.X253_packagingDas Packaging wurde sinnvoll neu gestaltet und ausgelegt, denn der Kofferraum wächst von 470 auf 550 Liter und kann nun maximal mit 1.600 Litern beladen werden (GLK 1.550 Liter).
Zudem kann beim AIR BODY CONTROL Fahrwerk die Ladekante (die hintere Federung) um 40 mm abgesenkt und so das Beladen spürbar erleichtert werden.X253_LaderaumIm Innenraum fällt weiterhin auf, dass er enorm dazugewonnen hat, das neue Design und die verbauten Materialien (Optik sowie Haptik) entsprechen, wie schon in der C-Klasse, mindestens einer Klasse höher. Zudem kann man nun so schöne Extras wie das AIR-BALANCE Paket ordern, für mich wirklich ein tolles Luxusfeature und ich nutze es sehr gerne. Die Luft-Ionisierung habe ich z.B. seit Übernahme des Wagens dauerhaft eingeschaltet und die verbesserte Filterung der Außenluft macht sich auch bemerkbar.X253_HeckDa dies hier nur ein Kurztest des Fahrzeugs war muss man auch zu einem Ende kommen – als Fazit könnte man nun folgendes schreiben: der neue GLC ist für all jene denen der GLK zu eckig und altbacken erschien, oder aber für ehemalige GLK-Fahrer die einen großen Sprung in Sachen Design, Qualität und Fahreigenschaften machen möchten. Man merkt während der Kilometer im Stadtzentrum von Warschau nicht wirklich dass man gerade in einem SUV sitzt – hierzu tragen sicherlich auch die gut 50 Kilogram Gewichtsersparnis im Vergleich zum Vorgänger bei, sie schaffen ein Stück mehr Agilität. Der GLC fährt sich so unauffällig und angenehm wie ein C-Klasse T-Modell (da ist wieder mein Vergleich) und kann dennoch mit besserer Rundumsicht und einfacherem Einstieg aufwarten. In Sachen Erscheinungsbild gewinnt das neue Modell auf ganzer Linie, er wirkt erwachsener und gefälliger, wenn auch das Design des GLK diesen weniger austauschbar machte.
Mit dem optional angebotenen Offroad-Technik-Paket (Code 430) in Verbindung mit der AIR BODY CONTROL lässt sich der Aufbau wenn gewünscht um bis zu 50 Millimeter  anheben und macht so den GLC zu einem echten Offroadkünstler in seinem Segment – doch dazu mehr in gut einer Woche, wenn wir den GLC einmal im Gelände bewegen durften.

Kommende Motoren werden in den folgenden Baumustern des GLC nachgeschoben:

– 253.905   GLC 220d 4matic
– 253.909   GLC 250d 4matic
– 253.943   GLC 200 4matic
– 253.946   GLC 250 4matic
– 253.948   GLC 300
– 253.949   GLC 300 4matic
– 253.954   GLC 350e 4matic
– 253.964   GLC 450 AMG 4matic

Ein kleines Video-Review findet in ein paar Stunden hier auch noch seinen Platz.

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